„Allez Charles Magne!“ Römisch-Deutscher Kaiser ahnt vor über 1000 Jahren aktuelle Weinprobe voraus!

Vor über 1000 Jahren nahm der Kaiser sowohl in Ingelheim als auch in Burgund maßgeblichen Einfluss auf den Weinbau. Starke Ingelheimer Winzer vergleichen sich mit den Erzeugnissen der Burgunder.

„Allez Charles Magne!“ Römisch-Deutscher Kaiser ahnt vor über 1000 Jahren aktuelle Weinprobe voraus!

Zum Auftakt der mit fast 600 Besuchern vollbesetzten TG Halle in Ingelheim gab es Protest! Lautstarken Protest von Landwirten und Winzern, die gerade aus Nieder-Olm zurück gekehrt waren, um sich gegen die aktuelle Agrarpolitik auf Bundesebene zu Wort zu melden. Blinkend und hupend machten die Traktoren vor der Halle Station und der Vorsitzende des Bauern- und Winzervereins Ingelheim, Martin Heinrichs - gleichzeitig Gastgeber des Abends - meldete sich dann auch in seiner Laudatio mit diesem Thema zu Wort. Befürchtet wird ein „Höfesterben“ von derzeit 270.000 Landwirtschaftsbetriebe (bundesweit) auf die Hälfte! Gleichzeitig erkennt Heinrichs „Preisdumping“ selbst im Biobereich. Dort werden mittlerweile von den Discountern Bio-Lebensmittel weit unter den Herstellungskosten verkauft. Die Frage, die wir uns auch stellen, lautet:

Wo soll das hinführen, und wo lauert der nächste Lebensmittelskandal?

BURGUND trifft Ingelheim!

Doch nun zum eigentlichen Thema. Die Ingelheimer hatten für dieses Jahr BURGUND als „Sparringspartner“ gewählt. Nachdem im letzten Jahr die FUSION mit Heidesheim und Wackernheim thematisiert wurde und in den Jahren zuvor bereits viele andere internationale Partner zu Gast waren konnten 2020 die französischen Kollegen ihre Weine präsentieren. Sach- und fachkundig leitete der Schwabenheimer „Entwicklungshelfer“ Bernhard Kühn durch den Abend. Seit vielen Jahren im Selztal ansässig, hat er sich über die Schwabenheimer Städtepartnerschaft an das Weinbauthema in der rheinland-pfälzischen Partnerregion herangearbeitet. Seine Liebe und Verbundenheit brachte er an diesem Abend mit großer Leidenschaft ein. Außer verschiedenen historischen Informationen - vor allem zu Charles Magne - hatte er auch immer wieder Überraschungen parat, die er nutzte, um das Publikum aktiv in das Geschehen auf der Bühne einzubinden.

Die Weine

Breit gefächert war das Angebot. Angefangen mit einem guten Glas „Kir“, dessen Bezeichnung auf den gleichnamigen Oberbürgermeister von Dijon, Kirchmann und Resistanceaktivisten „Kanonikus Felix Kir“ zurückgeht, leitete Kühn zu zwei Runden Weißwein über. Auf Burgunderseite ist die Rebsortenwahl leicht, da hier nur Aligoté- (für den Kir) und Chardonnayreben genutzt werden. Die Gastgeber hielten sich an die französische Vorgabe und stellten ebenfalls nur Chardonnay an. Beim anschließenden Rotwein „kaprizierten“ sich unsere Nachbarn auf Spätburgunder (Pinot noir) und so schlug hier die Stunde der Rotweinstadt, womit die Zurückhaltung der Ingelheimer ein bisschen fiel. Sie brachten in der folgenden Runde eine Paarung Ingelheim - Ingelheim mit Frühburgunder (Pinot Madeleine) auf den Tisch. Die weiteren Runden waren dann wieder im Zeichen der Partnerschaft einzig mit Pinot noir (Spätburgunder) besetzt.

Verpflegung

Eine ganz besondere Spezialität des Abends stellte wie immer das Catering dar. Es gibt nämlich keine Verpflegung an diesem Abend. Das hat etwas von „Arena die Verona“, denn auch dort packen die Besucher auf den Steinstufen ihr eigenes köstliches Picknick aus - ganz wie in der Ingelheimer TG Halle! Der Redakteur wurde - wie im Vorjahr - von einer lustigen Truppe eingeladen zuzugreifen. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle. Übrigens wird selbst für den Ingelheimer OB Claus keine „Extrawurst“ gebracht. Auch er bringt das Picknick mit (Foto).

Weitere Impressionen:

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