„Non solo la voce!“

So könnte man das Erlebnis beim Neujahrskonzert im Westhofener „Gut Leben am Morstein“ am vergangenen Samstag beschreiben.

„Non solo la voce!“

Die StadtLandWein-Redaktion schreibt normalerweise über „richtige“ Wein-Events. Dabei stellt sich, nicht nur für uns, die Frage: Was ist so ein richtiges Wein-Event? Ist es das Weinfest zwischen den Rebzeilen oder im Winzerhof? Ist es das „Weintasting“ im Probierstübchen? Wir denken, Wein-Events sind mehr! Wein-Events sind auch sportliche oder kulturelle Ereignisse, die mit Wein verbunden sind - nichts Konstruiertes, sondern ganz klar mit der Intention das Thema Wein zu transportieren. Und so schreiben wir heute vom vergangenen Samstag im „Gut Leben“. ABER, bitte erwartet von uns keine Kulturkritik - das überlassen wir den Feuilletonisten. Wir kommen ein bisschen runter und beschreiben das Feeling, das im Westhofener Kulturkeller übersprang und das war ganz außergewöhnlich.

Im ersten Teil des Abend ging es ganz klassisch los und wäre man in der „Arena di Verona“ gewesen, es hätte nicht besser rüberkommen können. Beide Künstler, mal solo, mal im Duett, trugen ohne elektronische Hilfen vor, das einzige Mikrofon im Raum nutze der Pianist Jens Barnieck, der zugleich als Conferencier ein gewisses komödiantisches Talent bewies.

Für die Weinliebhaber avancierte der zweite Teil der Veranstaltung ganz klar zum Höhepunkt. Hier stiegen Deborah Cole und Thomas Möller zunächst ins deutsche Volksliedgut (Brahms) ein und sangen und tranken sich dann, letztendlich (gespielt) angeheitert, über „Song of the Rhineland“, „Chiantilied“ zum „Schwipslied“ vor. Die Performance, die Deborah dabei an den Tag legte, war regelrecht beeindruckend, was uns wieder zur Überschrift zurück führt: „Non solo la voce - Nicht nur die Stimme!“

Über Geoges Bizets „Votre toast“ (Carmen) und den „Feuerstrom der Reben“ (Die Fledermaus, Johann Strauss) neigte sich der Abend dem Ende entgegen. Diesen mussten sich die Künstler jedoch schwer erarbeiten, denn erst nach dem zweiten (nicht vorhandenen) Vorhang war Schluss. Was den Abend rund machte, war die Aufforderung bei der zweiten Zugabe mit zu klatschen und zu singen - ganz wie in der Arena die Verona!

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