Next Generation-Bro´n´Sis: Malenka und Niklas Stenner - Weingut Stenner, MZ-Hechtsheim

Wie die neue Generation Ihr Weingut gestaltet ... und welche Ideen es zu Wein-Bau, Wein-Events oder Wein-Tourismus gibt. (Wein-Events siehe unten!)

Next Generation-Bro´n´Sis: Malenka und Niklas Stenner - Weingut Stenner, MZ-Hechtsheim

Für den ersten Beitrag der zweiten Staffel unserer Artikelserie haben wir das Weingut Stenner in Mainz-Hechtsheim besucht. Die zweite Staffel steht unter der Überschrift „Next Generation-Bro´n´Sis“ und befasst sich mit Geschwisterpaaren die in den Betrieb eingestiegen sind. Malenka und Niklas werden uns im Interview zur Verfügung stehen und von Ihren Erfahrungen berichten.

Next Generation“ müssen nicht unbedingt Jungwinzer im klassischen Sinne sein, sondern gerne auch (ältere) Neueinsteiger, die mit frischen Ideen und viel Elan etwas bewegen wollen.

Die neue Serie beginnt mit …

Malenka und Niklas Stenner aus Mainz-Hechtsheim

SLW: Hallo Malenka, hallo Niklas, schön, dass wir heute ein wenig über Euch ganz persönlich und den Betrieb erfahren können. Möchtest Ihr uns - als Warm-up - ein wenig Privates von Euch und der Familie erzählen?

Malenka: Hey! Ich bin von klein auf im Weingut aktiv und es war schon immer mein Traum das Weingut zu übernehmen. Und so kam es auch: erst in Geisenheim Weinbau und Oenologie studiert, in ein paar Weingütern u.a. in New Sealand Erfahrungen gesammelt und nun arbeite ich im eigenen Betrieb mit Niklas und Papa. Ich habe meine Leidenschaft, mein Hobby und meinen Beruf vereint und bin damit sehr glücklich.

Niklas: Wir sind die 4. Generation im Betrieb, es fand also ein Generationswechsel statt. Meine Schwester und ich haben das Ruder übernommen, aber Papa ist natürlich auch noch dabei. Zunächst habe ich Winzer gelernt und aktuell studiere ich in Geisenheim Weinbau & Oenologie. Eigentlich wollte ich erst Mechatroniker werden, habe mich dann aber in den Wein verliebt.

SLW: „Weinprinzessin der Stadt Mainz“! Was hat es mit diesem Titel auf sich und hat Niklas auch so eine außergewöhnliche Auszeichnung?

Malenka: 2016 hatte Rheinhessen 200-jähriges Jubiläum und da gab es nach 35 Jahren endlich mal wieder Mainzer Weinmajestäten. Ich war eine davon.

Niklas: Nein, aber vielleicht gibt’s ja irgendwann einen Weinkönig ;)

SLW: Eure Familie betreibt den Hof in der vierten Generation. Wann bist Du Niklas in den elterlichen Betrieb eingestiegen und wann Malenka?

Niklas: 2020, mit Ende meiner Ausbildung habe ich angefangen im Betrieb zu arbeiten, berufsbegleitend studiere ich in Geisenheim (s.o.), werde also erst nach meinem Bachelor zu 100% im Betrieb arbeiten können.

Malenka: Ich arbeite seit 2016 im Betrieb mit und seit 2018 offiziell mit Papa zusammen in der GbR. 2020 hatten wir unseren Relaunch.

SLW: Viele rheinhessische Weingüter haben sich von einem Mischbetrieb zum reinen Weingut entwickelt. Könnt Ihr unseren Leser:innen zur Historie Eures Betriebs etwas verraten?

Niklas: Unser Uropa hat klassisch mit Viehwirtschaft (Kühe, Pferde, Schweine und Hühner) in Kombi mit Landwirtschaft und Weinbau angefangen. Bei unserem Opa und Papa hat sich der Schwerpunkt auf die Landwirtschaft und den Weinbau verlagert und wir machen jetzt zu 100% Weinbau.

Habt Ihr Euch mit eigenen Ideen in die Leitung des Betriebs eingebracht?

Malenka: Aber natürlich! Einerseits hatten wir einen großen Relaunch bzw. das Neudesign unseres CI (Etiketten & Co), andererseits wurde viel im Betrieb verändert. Digitalisierung, mechanische Bearbeitung im Weinberg, Spontangärung im Keller …

Habt Ihr schon alle Ideen umgesetzt und sind bereits die Nächsten in der Vorbereitung?

Niklas: Das Design ist umgesetzt, die Umstrukturierung der Rebsorten im Weinberg läuft noch, das Sekt-Projekt läuft auch noch und weitere Ideen „gären“ in unseren Köpfen.

Nochmal zum Design. Ihr habt ein sogenanntes „Weinmosaik“ entworfen. Was verbirgt sich dahinter?

Mit unserem Neudesign wollten wir etwas Neues und Interaktives kreieren, worüber wir unsere Lebensfreude, Leidenschaft zum Wein sowie den Facettenreichtum der Weinaromen ausdrücken können. Wir haben ein Weinmosaik entworfen, um den Geschmack auf dem Etikett zu visualisieren. Jedes Etikett ist ein Mosaik aus Farben, Strukturen & Formen. Mit der „Legende“ kann man das Kunstwerk interpretieren sowie deuten und erfahren was sich hinter dem Wein verbirgt.

SLW: Der deutsche Weinbau - und speziell wir hier in Rheinhessen - hat viele Gruppen bei denen man sich als Winzer:in organisieren kann. Das fängt bei Jungwinzer:innen an und hört beim VDP auf. Wir vermuten, dass auch Ihr ein wenig mitmischt?

Malenka: Aktuell sind wir Mitglied bei Generation Riesling und den Mainzer Winzern, die Mitgliedschaft bei Maxime Herkunft läuft an.

SLW: Was ist Euch im Bereich der Weinvermarktung wichtig?

Niklas: Wein jedem zugänglich zu machen und eher unkompliziert rüberbringen, Lebensgefühl und unsere Leidenschaft zum Wein vermitteln - authentisch und nahbar!

SLW: Wein ist ein Lebensgefühl, die Weinkultur seit 2021 sogar unter dem Schutz der UNESCO. Was wünschst Ihr Euch, um dieses „Feeling“ noch besser transportieren zu können?

Malenka: Mehr Wertschätzung für den An-&Ausbau der Weine; Aktionen in Regionen, die keinen Wein anbauen, damit die Menschen vor Ort auch direkt die Weine der Winzer erleben können und nicht nur im Supermarkt einkaufen „müssen“.

Niklas: Dass Feste weiterhin stattfinden können und keine großen Unterbrechungen kommen (wie z.B. Corona); mehr Interesse an der Weinerzeugung und an den kleinen Weingütern.

SLW: Welche Weinevents sind im Weingut Stenner im Jahr 2022 geplant?

  • Stand auf dem Johannisfest auf dem Leichhof (24-27/6)

  • Kirchenstückfest in den Hechtsheimer Weinbergen (1-4/7)

  • Summer Wine, unser eigenes Weinfestival bei uns auf der Weinwiese mit Musik, Weinfrühstück, Essenständen und Kreativmarkt (8-10/7)

  • Marktfrühstück auf dem Leichhof 16/7

  • Marktfrühstück auf dem Liebfrauenplatz 30/7

  • Hoffest (2-4/9 + 9-11/9)

  • Adventsverkostung, Weinverkostung in den Hechtsheimer Weingütern (19+20/11)

Betriebliches Wunschkonzert

Wir wünschen uns von …

  • unseren Eltern: dass sie uns weiter in unseren Ideen und Wünschen unterstützen und immer für einen guten Rat zur Seite stehen;

  • der Weinwerbung (rheinhessen.de): dass mehr Werbung für den rheinhessischen Wein gemacht wird, deutschlandweit sowie international, um die Qualität unserer Weine mehr in den Fokus zu rücken;

  • von der Stadtverwaltung und/oder vom Stadtmarketing (Mainzplus): dass die Stadt Mainz als Great Wine Capital bekannter gemacht wird und die Mainzer Winzer in den Veranstaltungen noch stärker unterstützt werden. Größere Wertschätzung der Winzer als „Kulturgut“ auch im Rathaus;

  • unseren Kundinnen und Kunden: dass sie uns weiterhin bei der Entwicklung des Weinguts verfolgen, probierfreudig bleiben und unseren Wein auch zukünftig lieben.

Liebe Malenka, lieber Niklas, vielen Dank für das spannende Gespräch!

Kontakt zu Malenka und Niklas im Weingut Stenner:

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