Kroatische Weinbaulehrer auf dem Mainzer Messegelände

Kroatische Weinbau-Berufsschullehrer auf Informationsreise in Rhein-Main. Am 27.04.2022 besuchten sie die Winter-Agrartage in Mainz sowie das Weingut Stenner in Hechtsheim.

Kroatische Weinbaulehrer auf dem Mainzer Messegelände

Winter-Agrartage in Mainz

Fünf kroatische Weinbaulehrer besuchten, in Begleitung des Vorsitzenden der Kroatischen Wirtschaftsvereinigung in Deutschland, Mario Susak, am 27.04.2022 das Mainzer Messegelände. Im Rahmen der Exkursion informierte sich die Gruppe auf den Winter-Agrartagen vor allem über den deutschen Weinbau, aber auch über die Themen Obst- und Gartenbau.

Die Lehrer begannen ihren Rundgang am Stand von Rheinhessenwein. Dort berichtete Udo Diel über die Entwicklung der größten deutschen Weinbauregion, vor allem in Hinblick auf die Betriebsnachfolge sowie die erfreuliche Quote weiblicher Einsteigerinnen in die verschiedenen weinwirtschaftlichen Berufe.

Bei Rheinhessenwein musste sich die Gruppe nur umdrehen, um bei Bioland einen tiefen Einblick in die Struktur und das Wirken dieses Fachverbands zu erhalten. Besonders interessiert hat dort nicht nur das „Marketingsiegel“ sondern die dahinter stehende Strategie, die vor allem auf weitreichende Unterstützung der Mitgliedbetriebe setzt.

Von Bioland wieder nur ein paar Schritte, hinüber zum Stand von „Πwe“ (PiWi) der Wirtschafterklasse des DLR (Weinbauberufsschule Oppenheim). Dort konnte ein Schluck, des aus mehreren Rebsorten gekelterten Projektweins „Pionier“, verkostet werden. Dafür vielen Dank an die Schüler:innen.

Von den „Oppenheimern“ ging die Runde durch die Halle, vorbei an allerlei interessanten Gerätschaften, zur Wein-Universität Geisenheim. Dort wurde die Gruppe von Ruth Lehnart dankbar aufgenommen. Sofort wurden viele verschiedene Aspekte der handwerklichen und akademischen Bildung von Winzern, Gärtnern und Getränketechnologen diskutiert. Mit Blick auf den Studiengang Internationale Weinwirtschaft, den Doppeldiplom-Studiengang mit Udine/Italien, den WÖW-MAster (Weinbau-Önologie-Weinwirtschaft) mit der Boku in Wien sowie den Vinifera-Euro-Master-Studiengang [Studienorte: Montpellier und wahlweise Geisenheim, Lissabon, Madrid, Turin oder Udine] hat Geisenheim ein sehr gut ausgebautes internationales Angebt, das noch durch den englisch-sprachigen Bachelorstudiengang International Wine Business sowie Partnerschaften rund um die Welt sowohl im Forschungs- wie auch im Studienbereich ergänzt wird. Konkrete akademische Kontakte bestehen bereits zum Križevci College of Agriculture (GB, WB) und zur University of Zagreb, Faculty of Agriculture (IWB/IWW, GB, LA, WB). Möglichkeiten für Praktika - vor allem im handwerklichen Bereich - wurden mit der Lehrerdelegation besprochen und eine Prüfung in Aussicht gestellt.

Von Geisenheim weiter zum, inmitten von Weingärten gelegenen, Weincampus Neustadt. Dort führte Katja Klohr mit sehr großer Motivation die pfälzische Sicht auf den deutschen Weinbau aus. Im Gespräch mit der ebenfalls international ausgerichteten Hochschule (französisch-deutscher Masterstudiengang, MBA Wine, Sustainability & Sales und weitere) kam zutage, dass tatsächlich sogar schon Kontakte nach Kroatien bestanden. So führte eine Studienfahrt vor einiger Zeit in das mediterrane Land. Auch für diese Hochschule war das Thema Austausch bzw. internationale Zusammenarbeit von großem Interesse. Doch wir möchten hier nicht die beiden Hochschulen in Konkurenz sehen, sondern nehmen sie beide als wichtige Bausteine der Aus- und Weiterbildung in der deutschen und internationalen Weinwirtschaft wahr.

Nachdem schon bei Bioland das umweltgerechte Wirtschaften im Mittelpunkt stand, wurde bei PIWI Deutschland erneut die Nachhaltigkeit im Weinbau thematisiert. Marion Rockstroh-Kruft, Mitglied des Vorstandes und zugleich Organisatorin des VinoCamp Rheinhessen zog die Zuhörer sofort in Ihren Bann.

Letzte Station der Messe war dann Deutschlands größter Agrarbedarfshändler RWZ (Raiffeisenwarenzentrale) mit ihrem Weinbautochterunternehmen KLUG Kellereibedarf aus Langenlonsheim. Der Geschäftsführer Stephan Orlemann gab einen detaillierten Einblick in die Geschäftstätigkeit, wobei er darauf verwies dass nicht nur Einzellösungen angeboten werden, sondern immer in Systemen - mit Augenmerk auf die Wertschöpfung bei den Kunden - gedacht wird.

Nach der Messe ist vor dem Weingut

Nach diesem, mit Information dicht gepackten Messetag, konnte ganz spontan noch ein spannender Besuch im Weingut Stenner in Mainz-Hechtsheim organisiert werden. Niklas Stenner gab einen tiefen Einblick in die Struktur des familiengeführten 10ha-Betriebes, der nun Schritt für Schritt zu einem reinen Direktvermarkter „umgebaut“ wird.

Logo