Wonnegauer Dreikönigsdreschen in Westhofen

Am 12.01.2019 ab 17:00 Uhr messen sich beim traditionellen Dreikönigsdreschen in Westhofen die besten Drescher aus Rheinhessen, der Pfalz und anderen Provinzen.

Wonnegauer Dreikönigsdreschen in Westhofen

Beim traditionellen Dreikönigsdreschen im Weingut J.G. Orb in Westhofen messen sich die besten Drescher aus Rheinhessen, der Pfalz und anderen Provinzen bei diesem Wettbewerb mit Flegeln. Seit mittlerweile 37 Jahren findet dieser Wettkampf in Westhofen statt und steht in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der Traubenblütenkönigin Elena I.

Dreschen

Gedroschen wird Stroh so, wie man es einst vor der Technisierung der Landwirtschaft machte (s.u.). Von Hand mit Schlaghölzern – den Flegeln – an langen Stangen. Bevor die Mannschaften antreten, müssen sie feierlich den historischen „Westhofener Zehntdreschereid“ ablegen. Die Drescher ringen um den "Westhofener Staubweinhumpen". Auch die Besucher des Dreikönigsdreschens können gerne zum Flegel greifen und ihr Geschick beim „Hahnenschlag“ unter Beweis stellen. Auf den besten "Gastdrescher" wartet ein lebender Hahn als Trophäe.

Das weder „Gastdrescher“ noch „Profidrescher“ ein leichtes Spiel haben, ist an Hand der folgenden Beschreibung gut nachvollziehbar: „Egal ob mit Dreschstock, Schlitten, Walze, Flegel oder durch Ausreiten – es kommt darauf an, die trockene Frucht aus den Ähren, den Spelzen oder den Hülsen zu lösen. Das geschieht auf einer halbwegs ebenen, glatten Unterlage, z. B. einem mit Steinplatten ausgelegten Dreschplatz unter freiem Himmel oder der Tenne eines Bauernhauses. Danach wird mit Forken das Langstroh abgenommen. Das übrig gebliebene Gemisch aus Kurzstroh, Früchten und Staub muss gereinigt werden. Das geschieht per Hand durch Windsichten mit Hilfe einer Worfel oder in einer Rotationsworfelmaschine (auch Windfege oder Staubmühle genannt). Bei letzterer wird durch den erzeugten Wind das leichte Stroh und der Staub weggepustet. Die schweren Früchte fallen durch Siebe nach unten und rutschen über eine schräge Ebene in einen Behälter, aus dem sie mit der Schaufel in einen Sack gefüllt werden können.“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Dreschen)

Doch was hat das Dreschen mit Wein zu tun?

Hier liegt die Antwort näher als man denkt, denn noch bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts war der Gemischtbetrieb (Weinbau, Ackerbau, Obstbau und Viehbetrieb), aus einer oder mehreren der genannten Sparten, in vielen Gemeinden Rheinhessens üblich. Die starke Spezialisierung, und damit eine Professionalisierung des Weinbaus, oft verbunden mit einer erheblichen Steigerung der Weinqualitäten, erfolgte erst im nachfolgenden Zeitraum (und hält teilweise heute noch an).

Doch zurück zum Wonnegauer Dreikönigsdreschen

Laut einer Abstimmung im SWR-Fernsehen am 1. November 2013 (neuere Zahlen sind nicht verfügbar) rangiert das Westhofener Dreikönigsdreschen inzwischen auf Platz 5 der schönsten Bräuche in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg!

Leider liegt der SWR-Clip in der Mediathek mittlerweile nicht mehr vor.

Logo